E-Scooter im Stadtverkehr

Während E-Scooter hierzulande oft noch belächelt werden, gilt der elektrische Tretroller in anderen Ländern – insbesondere in den USA – als das „iPhone der Mobilität“. Doch können E-Scooter wirklich den gesamten Mobilitätsmarkt revolutionieren?

Datum:

13.03.2020

Lesezeit:

2 min

Text:

Daniel Wiechmann für eeMobility

Foto:

Kuma Kum on Unsplash

Befürworter der Idee stützen ihre Überzeugung auf die Annahme, dass sich insbesondere das urbane Mobilitätsverhalten in den kommenden Jahren radikal verändern wird. Statt einmalig zwanzig-, dreißig- oder vielleicht sogar fünfzigtausend Euro in eine Mobilitätsoption – das Auto – zu investieren, werden Stadtbewohner dieses Budget in Zukunft Fahrt für Fahrt in verschiedene Fortbewegungsmöglichkeiten investieren.

E-Scooter als Alternative zum Auto

Tatsächlich werden Privatautos über ihre gesamte Lebensdauer zu 95 Prozent nicht bewegt. Bedenkt man nun noch, dass mittlerweile mehr als 30 Prozent des Stadtverkehrs für die Parkplatzsuche draufgehen, verliert das Auto – zumindest in der Stadt – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch praktisch immer mehr an Nutzen. Die Folge: Es wird nach Mobilitätsalternativen gesucht. Und genau hier können E-Scooter ihre Stärken ausspielen. Sie fahren weitgehend emissionsfrei, ermöglichen einen Individualverkehr ohne großen Flächenverbrauch und sie können problemlos in die bestehende Verkehrsinfrastruktur integriert werden.

Im Stadtverkehr als CO2-Einsparer

Mittlerweile legen sogar erste Studien das Potenzial der E-Scooter im Stadtverkehr offen. 2018 wurde in Portland (Oregan, USA) ein viermonatiges Pilotprojekt mit etwa 2.000 E-Scootern durchgeführt. Allein in diesem Zeitraum wurden mehr als 700.000 E-Scooter-Fahrten gebucht, bei denen fast 1,3 Millionen Kilometer zurückgelegt wurden. Zum Vergleich: Wäre dieselbe Anzahl an Kilometern mit dem Auto zurückgelegt worden, hätte das einen Kohlendioxidausstoß von 305 Tonnen zur Folge gehabt. Während ein Auto, genauer gesagt ein Benziner mit 7,5 Liter Verbrauch, auf 100 Kilometer 17 kg CO2 ausstößt, sind es bei einem E-Scooter mit 300 Watt Leistung gerademal 0,5 kg.

Umweltbilanz beim Scooter

Natürlich sind die E-Scooter technisch noch nicht ausgereift. Es gibt sie allerdings auch erst seit zwei Jahren. So schlägt sich zum Beispiel derzeit das Einsammeln der Scooter zum Laden und das erneute Verteilen negativ in der Umweltbilanz nieder. Doch warum sollte es in ein paar Jahren in den Städten nicht auch E-Scooter-Ladestationen mittels Induktion geben, die das Einsammeln und Verteilern der Tretroller weitgehend überflüssig machen?

Fahrspaß in der Stadt

Wer heute das Potenzial der E-Scooter verlacht, wird sich spätestens bei den ersten größeren Fahrverboten für Autos mit Verbrennungsmotoren wundern. Wie viele Pendler werden dann wohl ihre Fahrzeuge außerhalb einer Verbotszone parken und die letzte Meile zum Arbeitsplatz mit einem E-Scooter – vielleicht sogar dem eigens gekauften – zurücklegen? Nicht zuletzt, um endlich mal wieder so etwas wie Fahrspaß in der Stadt zu genießen.