Unser moralischer Kompass – Me(h)rheiten für ein neues wirtschaftliches und soziales Füreinander

Jeder kennt das Unbehagen, wenn sich plötzlich das eigene Gewissen meldet: Gewissensbisse können nerven wie Mückenstiche. Doch wie entsteht das Gewissen, unser innerer moralischer Kompass, eigentlich? Und wie verlässlich ist er?

Datum:

01.06.2021

Lesezeit:

3 min

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Das Gewissen sei der „innere Gerichtshof des Menschen“, formulierte der Philosoph Immanuel Kant im 18. Jahrhundert. Damit sind die Konflikte, in die uns unser Gewissen stürzen kann, sehr treffend beschrieben. „Gerichtshof“ mag streng und unerbittlich klingen, aber wenn Angeklagter, Kläger und Richter ein und dieselbe Person sind, wird sich am Ende doch ein Urteil finden lassen, mit dem der Angeklagte gut leben kann.

Nun, jeder von uns weiß, dass es so einfach nicht ist. Gewissensbisse können nerven wie Mückenstiche. Man kann versuchen, sich abzulenken und den Gewissensbiss zu ignorieren. Eine Weile lang mag das funktionieren. Doch dann ist der unangenehme Juckreiz wieder da. Wir kratzen uns und machen alles nur noch schlimmer. Wenn sich unser Gewissen meldet, ist dies immer Ausdruck eines Konflikts. Es ist unser moralischer Kompass. An ihm orientieren sich all unsere Handlungen. Weichen wir von der geplanten oder gewünschten Route ab, meldet es sich und weist auf das Problem hin. Wir stecken in einem Gewissenskonflikt. Und der muss gelöst werden. Geschieht das nicht, hört das Jucken niemals auf.

Doch wie verlässlich ist unser moralischer Kompass eigentlich? Woher wissen wir, was richtig und was falsch ist?

Unser Gewissen ist eine soziale Institution, mit der wir uns selbst, aber auch unseren Platz in der Gesellschaft hinterfragen. Während das Ich-Gewissen sich nach dem dritten Stück Torte, nach einem Gin Tonic zu viel oder nach einer Woche ohne Sport und Bewegung zu Wort melden kann, spricht das gesellschaftliche Wir-Gewissen immer dann zu uns, wenn unsere Handlungen negative Auswirkungen auf andere Menschen haben können oder von anderen als falsch angesehen werden. Zu groß ist die Sorge, aufgrund eines Fehlverhaltens, das von den Mitmenschen nicht entschuldigt wird, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Und schon gar nicht soll aus dem „inneren Gerichtshof“ ein „öffentlicher Gerichtshof“ werden.

An dieser Stelle wird es spannend, denn es wird deutlich: Unser Gewissen ist keine unabhängige Instanz. Es entsteht aus unseren Erfahrungen, die wir als Kinder und später als Erwachsene in der Gesellschaft machen. Sind wir als Kinder in unseren Handlungen vollkommen frei – also gewissenlos –, sorgt das Feedback von Eltern und anderen Bezugspersonen dafür, dass wir immer verantwortungsvoller werden und unser Verhalten den Normen anpassen. Später beginnen wir, mit anderen Menschen mitzufühlen, uns in sie hineinzudenken – wir begreifen und akzeptieren die Notwendigkeit übergeordneter Gesetze und (Ver-)Ordnungen für unser Zusammenleben.

Unser Ich- und unser Wir-Gewissen wachsen. Der Wunsch, dazuzugehören, keinen Trouble oder Ärger zu machen, kann dann sogar dafür sorgen, dass wir es offensichtlich mit unserem Gewissen vereinbaren können, dass Menschen in einem Flüchtlingslager an Europas Grenze unter unmenschlichen Bedingungen überwintern müssen. Unser Gewissen lernt, damit zu leben, dass auf der Welt immer noch Menschen verhungern. Wir akzeptieren, dass im Regenwald jeden Tag eine Fläche von mehr als 4000 Fußballfeldern abgeholzt wird. Wir schauen zu, wie der Kohleausstieg in Deutschland nicht nur verschleppt, sondern auch noch subventioniert wird. Und das, obwohl Solarstrom mittlerweile nicht nur kostengünstiger produziert werden kann, sondern eben auch um ein Vielfaches umweltschonender als der Kohlestrom. Warum rührt sich unser Gewissen hier nicht? Eben weil der Wunsch, dazuzugehören, uns und unser Gewissen gefangen nehmen kann. Obwohl wir es eigentlich besser wissen.

Dass der Klima-Aktivismus, wie etwa die Fridays-for-Future-Bewegung, maßgeblich von Kindern und Jugendlichen angeführt wird, hat nicht nur damit etwas zu tun, dass sich die Kinder als Betroffene des drohenden Klimawandels sehen und um ihre Zukunft fürchten. Es hat auch etwas damit zu tun, dass ihr WIR-Gewissen noch nicht so erstarrt ist, dass sie noch freier denken und sich trauen, gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Die Feststellung „Das haben wir schon immer so gemacht!“ mag für ein „altes“ Gewissen halbwegs funktionieren. Doch sie ist kein Beleg dafür, dass es richtig ist, wie man es immer gemacht hat.

Damit sich unser WIR-Gewissen nachhaltig verändern kann, braucht es neue gesellschaftliche Mehrheiten. Mehrheiten für den Klimaschutz, Mehrheiten für ein neues wirtschaftliches und soziales Füreinander, das nach gemeinsamen Lösungen sucht, statt Schwache im Wettbewerb permanent nach unten zu treten. Mehrheiten für Nachhaltigkeit. Schaut man sich die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen an, sind wir womöglich gerade dabei, diese neuen Mehrheiten zu suchen und zu finden. Immer mehr Unternehmen, wie wir bei der Mer-Gruppe, arbeiten aus Überzeugung an nachhaltigen Produkten und Ideen oder beginnen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.

Warum?

Weil wir das Richtige tun wollen. Und weil sich ein echtes reines Gewissen sehr viel besser anfühlt als eines, das Konflikte nur verdrängt. Egal, ob man jung oder alt ist.

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