Mit dem E-Auto nach Polen

“Meine erste Fernreise im E-Auto.” Zum 85. Geburtstag seiner Großmutter fuhr eeMobility-Projektmanager Piotr Sniady mit einem Elektroauto über 900 Kilometer von München bis nach Katowice. Was er auf der Fahrt erlebte? Erstaunlich wenig. Langweilig wurde ihm aber trotzdem nicht.

Datum:

07.08.2020

Lesezeit:

3 min

Text:

Piotr Sniady, eeMobility GmbH

Foto:

Piotr Sniady für eeMobility

Mein Name ist Piotr Sniady. Ich arbeite seit fast drei Jahren bei eeMobility und leite den Bereich Business Development. Meine Abteilung analysiert neue Märkte und denkt über neue Produkte nach, mit denen die E-Mobilität noch wirtschaftlicher und attraktiver wird. Bei uns im Unternehmen gibt es auch ein Elektroauto, das wir testen können. Ich war damit bereits einige mal unterwegs, allerdings nie über längere Strecken. Als meine Großmutter, die im Südosten Polens lebt, im November 2019 ihren 85. Geburtstag feierte, hatte ich die Idee, einmal auszuprobieren, wie sich das Elektroauto auf der Langstrecke schlägt und wie es ist, eine solche Reise in einem E-Auto auch nach Polen zu machen.

München – Wrocław – Katowice

Dazu muss man wissen, dass die Ladeinfrastruktur in Polen noch bei Weitem nicht so gut ausgebaut ist, wie derzeit in Deutschland. (Und das, obwohl hier immer noch alle schimpfen. Dabei ist es längst kein Problem mehr, sein E-Auto in Deutschland zu laden.) Die Recherche vor meiner Reise ergab, dass es in Polen nur vier Supercharger-Stationen gibt, die zur teslaeigenen Ladeinfrastruktur gehören (Stand November 2019). Zwei Stationen lagen Gott sei Dank auf meinem Weg. Ich wollte zuerst zu meinen Eltern nach Wrocław fahren, und dann von dort aus weiter zu meiner Oma in die Nähe von Katowice. Bis nach Wrocław sind es von München aus etwas mehr als 700 Kilometer. Von Wrocław sind es bis zu dem Dorf, in dem meine Oma lebt, noch einmal rund 250 Kilometer.

Laden mit dem Supercharger

Da ich nicht wusste, was mich in Polen in Sachen Ladestationen erwartet, ging ich auf Nummer sicher. Klar, die nächste Station auf polnischen Boden war zwar auf meiner Karte eingetragen, aber würde sie auch funktionieren und zugänglich sein? Bevor ich daher über die Grenze fuhr, lud ich das Auto in Görlitz noch mal voll. Allerdings waren meine Sorgen unbegründet. Beide Supercharger-Stationen auf meinem Weg durch Polen funktionierten einwandfrei. Ich hielt extra an beiden Stationen an, um sie auszuprobieren. Theoretisch wäre das gar nicht nötig gewesen, aber ich fand es eben auch aus beruflichem Interesse spannend zu sehen, wie sich die Situation vor Ort wirklich darstellt. Insgesamt machte ich auf der Reise zwei Zwischenstopps mehr als notwendig. Für die 725 Kilometer brauchte ich so rund neun Stunden. Mein Streckenrekord mit einem Diesel liegt bei etwa sechs Stunden. Ohne die beiden unnötigen Zwischenstopps hätte die Reise wahrscheinlich in sieben oder siebeneinhalb Stunden geschafft.

Fragen hilft mehr als suchen

In Wrocław musste der Wagen natürlich noch einmal geladen werden. Hier war Improvisationstalent gefragt, denn öffentliche Ladesäulen, die man einfach auf einer digitalen Karte findet? In Wrocław leider noch Fehlanzeige! Also fragten ich und meine Eltern bei Freunden herum, ob jemand vielleicht wisse, wo eine Ladestation sei. Mit Erfolg. In einer Tiefgarage wurde ich fündig. Die Fahrt am nächsten Tag zu meiner Oma war mit dem vollgeladenen Auto kein Problem. Allerdings galt es auch dort eine Ladestation zu finden. Wieder hieß es, sich durchzufragen. Und siehe da: Selbst in der Nähe des kleinen Dorfes, in dem meine Oma lebt, gab es an einem Steinkohlebergbau eine Ladestation. Neben der Geburtstagsfeier gab es dann auch einige ausgiebige Probefahrten mit Verwandten und Freunden, die alle sehr neugierig waren, wie sich ein Elektroauto fährt und wie er funktioniert. Die meisten waren hinterher genauso begeistert wie ich.

Der Rückweg über Tschechien

Zurück ging es für mich dann über Tschechien, da ich mir auch dort ein Bild von der aktuellen Ladesituation machen wollte. Wieder funktionierte alles ohne Probleme. Mein Notfallplan – mit einem Adapter an einer Starkstromsteckdose zu laden – kam daher auch nur aus Neugier zum Einsatz. Einmal verweigerte das E-Auto das Laden aus Sicherheitsgründen. Bei einem anderen Versuch, bei dem ein Freund, der Elektriker ist, die Verbindung extra sicherte, funktionierte das Laden auch an der Starkstromsteckdose. Wo ein Wille ist (und ein bisschen Know-how), ist auch für E-Autos eben immer ein Weg.

“Mit dem E-Auto nach Polen? Jederzeit wieder!”

Dass meine Fernreise in einem E-Auto derart reibungslos verlaufen würde, hätte ich nicht erwartet. Würde ich ein Elektroauto wieder nehmen, um nach Hause zu fahren? Jederzeit. Und selbst Urlaubstouren nach Kroatien oder Italien kann ich mir mittlerweile sehr gut im E-Auto vorstellen.

de_DEDE
en_USEN de_DEDE

In unserem monatlichen Newsletter informieren wir Sie über die aktuellen Möglichkeiten der Elektromobilität, technische Hintergründe und besondere Angebote von eeMobility.

Bitte aktivieren Sie das Javascript, um dieses Formular abzuschicken

Wir bieten Ladelösungen wie Lade- und Energiemanagement, Abrechnungsservice & Monitoring an.

eeFlat: für den Dienstwagenfahrer, der die
Komplettlösung inklusive Zuhauseladen benötigt.

LADELÖSUNGEN FÜR