Die Zeit auf Null zurückgedreht

Das neue Jahr ist nun schon ein paar Wochen alt. Wie geht es Ihren guten Vorsätzen?

Datum:

24.01.2020

Lesezeit:

2 min

Text:

Daniel Wiechmann für eeMobility GmbH

Foto:

Michael Rosner-Hyman on Unsplash.com
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Mit der Zeit ist das so eine Sache. Mal rast sie nur so dahin, etwa, wenn das Lieblingsfußballteam mit einem Tor hinten liegt und Chance um Chance vergibt, und man sich plötzlich bewusst wird, dass nur noch zehn Minuten zu spielen sind. Wie kann das sein? Wurde nicht eben erst zur 2. Halbzeit angepfiffen? Ein anderes Mal will die Zeit dagegen partout nicht vergehen. Etwa, wenn das Lieblingsfußballteam knapp in Führung liegt und sich die sechs Minuten (!) Nachspielzeit wie eine Stunde anfühlen.

Alles Alte hinter sich lassen

Es kann aber auch vorkommen, dass man plötzlich gar keine Zeit mehr hat, oder dass man die Zeit vergisst. Und einmal im Jahr, scheinen die Gesetze der Zeit sogar vollkommen außer Kraft gesetzt zu sein. Wenn das alte und neue Jahr aufeinandertreffen, wenn wir Zieleinlauf und Startschuss im selben Augenblick erleben, scheint es als würde die Zeit auf null zurückgedreht.

Einerseits erleben wir in diesem Moment die Freude darüber, dass wir endlich im Ziel angekommen sind, und dass wir alles, was zuvor gewesen ist, endlich hinter uns lassen können. Andererseits haben wir im selben Augenblick das Gefühl, dass wir frei sind, uns vollkommen neu zu erfinden. Es ist dieser besondere Augenblick, in dem gute Vorsätze geboren werden.

Die Last der guten Vorsätze

Gute Vorsätze? An dieser Stelle kann ich den einen oder anderen Leser innerlich stöhnen hören. Gute Vorsätze … Fühlen diese sich anfangs noch so wunderbar leicht und unbeschwert an, werden sie mit jeder Stunde, die vergeht, schwerer und schwerer und schwerer. Und nach einigen Tagen werden sie gar zu einer Last, die unmöglich zu tragen ist und der man sich alsbald lieber wieder entledigt. Es würde mich nicht wundern, wenn für viele unter Ihnen gute Vorsätze nichts weiter sind als Humbug. Ein kurzer Selbstbetrug, bevor die Dinge wieder so laufen, wie zuvor.

Wer so denkt, verkennt die besondere Kraft von Vorsätzen. Denn deren außergewöhnliche Kraft liegt nicht etwa darin begründet, dass ein Vorsatz tatsächlich gelingt oder nicht. Sie liegt ausschließlich darin begründet, dass dieser Vorsatz gefasst wird, dass die Welt um einen herum, neu gedacht wird. Denn was ist ein guter Vorsatz anderes als eine neue Vorstellung von der Welt? Genährt von der Unzufriedenheit mit der alten?

Unzufrieden gleich unausgeglichen?

Leider hat die Unzufriedenheit heutzutage einen wohl noch schlechteren Ruf als der gute Vorsatz. Wer unzufrieden ist, gilt als unausgeglichen, als griesgrämig und irgendwann vielleicht sogar als Tyrann, weil er von seinen Mitmenschen mehr verlangt als diese gewohnt sind.

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder geht man der Unzufriedenheit konsequent aus dem Weg. Oder aber man geht der Unzufriedenheit auf den Grund und beseitigt sie. Wie würden Sie sich entscheiden? Überlegen Sie genau, denn die Antwort auf diese Frage, verrät Ihnen, ob Sie Ihre guten Vorsätze fürs neue Jahr – falls Sie welche haben sollten – jetzt gleich beerdigen können, oder ob Sie eine ehrliche Chance haben.

Die Welt verändern, auch wenn es die eigene ist

Wer seiner eigenen Unzufriedenheit ständig aus dem Weg geht oder sie unterdrückt und kleinredet, statt sich zu ihr zu bekennen, gibt damit auch die Möglichkeit aus der Hand, sich selbst und die Welt in der er lebt, zu verändern, egal, ob es sich bei dieser Veränderung nun um ein Kilogramm Bauchfett, den eigenen Kontostand, oder eine bessere Ökobilanz fürs eigenen Unternehmen handelt …  

In diesem Sinne: Bleiben Sie 2020 unbedingt unzufrieden!