Der unbequeme Weg der Bertha Benz

Eine Frau fährt mit dem Auto von Mannheim nach Pforzheim. Sie tankt flexibel unterwegs. Was ist daran unbequem? Es handelt sich um Bertha Benz – im Jahr 1888.

Datum:

28.06.2019

Lesezeit:

1 min

Text:

Daniel Wiechmann für eeMobility

Foto:

Sammie Vasquez on Unsplash.com
  • Bertha Benz' Autofahrt im Jahr 1888
  • Wie sah damals das Tanken aus?

Man muss sich Bertha Benz als eine mutige Frau vorstellen. Eine Frau, die vielleicht mehr für den Erfolg des Automobils geleistet hat, als ihr Mann Carl, dem eigentlichen Erfinder. Im August 1888 machte sich Bertha Benz nämlich mit ihren beiden Söhnen von Mannheim auf den Weg nach Pforzheim, um ihre Schwester zu besuchen, die gerade ein Kind bekommen hatte. Natürlich hätte sie auch mit der Eisenbahn fahren können. Aber wozu sollte sie das, wenn doch vor ihrer eigenen Haustür ein fahrtüchtiger Motorwagen stand?

Das Problem an der Sache war: Die Fahrzeiten des Motorwagens waren damals noch streng reguliert, schließlich machte der Lärm des Wagens die Pferde auf der Straße scheu. Und die Polizei wachte penibel darüber, dass die genehmigten Fahrzeiten eingehalten wurden. Doch Bertha Benz pfiff auf alle Verbote und büchste aus. Heimlich.

„Egal welches Problem – sie löste es“

Sie kam damals ganze 45 Kilometer weit. Vorerst. Dann waren der Sprit alle und das Kühlwasser des Motors fast verdampft. Doch Bertha Benz gab nicht auf. Neues Wasser konnte an einem Brunnen geschöpft werden. Und neuer Kraftstoff? Wie besorgte man den in einer Zeit, in der es auf der ganzen Welt keine einzige Tankstelle gab? Die findige Frau Benz ging damals einfach in eine Apotheke. Der Wagen ihres Mannes lief schließlich mit Ligroin, einem Stoff, der auch als Reinigungsmittel verkauft wurde.

Egal, welches Problem sich Bertha Benz auf ihrer Fahrt in den Weg stellte – Steigungen, verstopfte Benzinleitungen –, sie löste es. Die Beharrlichkeit von Bertha Benz und ihr Glaube an die Erfindung ihres Mannes führten am Ende dazu, dass sie noch am Abend ein Telegramm über die glückliche Ankunft im gut 100 Kilometer entfernten Pforzheim nach Hause schicken konnte. Ihr war tatsächlich die erste Überlandfahrt in einem Auto gelungen.

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