Aus Tanken wird Laden

Laden der Zukunft: In ein paar Jahren wird sich das Betanken eines Autos vollkommen anders anfühlen als heute.

Datum:

24.05.2019

Lesezeit:

2 min

Text:

Daniel Wiechmann für eeMobility

Foto:

unsplash.com
  • Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist die ganze Welt eine einzige Ladestation
  • In Zukunft wird der subventionierte Ladestrom so selbstverständlich sein, wie die Rabattpunkte auf einer Kundenkarte
  • Schon heute deckt das Laden zu Hause und in der Arbeit den Großteil aller Fahrten mit einem Elektrofahrzeug problemlos

Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist die ganze Welt eine einzige Ladestation. Egal, ob man mit seinem Auto ins Restaurant, ins Kino, zum Einkaufen oder ins Fitnessstudio fährt. Überall wird man seinen Wagen einfach an einer Ladestation abstellen und aufladen können. Womöglich sogar irgendwann einmal umsonst, denn genau wie so mancher Einzelhändler in der Innenstadt schon heute seinen Kunden die Gebühren fürs Ticket im Parkhaus erstattet, werden Unternehmen in Zukunft die Zeit ihrer Kunden mit Energie vergüten.

Das wichtigste Zahlmittel unserer Gesellschaft: Zeit

Zeit und Aufmerksamkeit gehören zu den wichtigsten Währungen unserer Tage. In jedem Augenblick buhlen tausende Unternehmen gleichzeitig darum, von ihren Kunden wahrgenommen zu werden und übertreffen sich dabei mit Vorteilsangeboten und Werbemaßnahmen. In Zukunft wird der kostenlose oder subventionierte Ladestrom daher so selbstverständlich sein, wie die Rabattpunkte auf einer Kundenkarte oder das Gratis-WLAN in einem Café.

Einzelhändler haben schon eigene Ladestationen

Schon jetzt haben die ersten Unternehmen angefangen, in diese Vision zu investieren. Der Discounter Lidl stattet zum Beispiel jede seiner neuen Filialen mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge aus. Zugleich werden alte Filialen nach und nach aufgerüstet. Das erklärte Ziel des Einzelhändlers ist ambitioniert: Nicht mehr als 50 Kilometer sollen in Zukunft zwischen zwei Lidl-Ladestationen liegen. Gelingt dies, werden auch Fernfahrten endlich deutlich stressfreier als dies heute noch manchmal der Fall ist. Auch IKEA, Kaufland, REWE oder ALDI investieren bereits in eigene Ladesäulen, die zum Teil sogar aus hauseigenen Photovoltaikanagen gespeist werden sollen.

„Überall ans Netz gehen“

Die Zukunft: eine völlig neue Form des mobilen Ladens

In ein paar Jahren wird sich das Betanken eines Autos daher vollkommen anders anfühlen als heute. Fuhr man früher vielleicht alle zwei Wochen oder einmal im Monat an die Tankstelle, wird das Laden des Autos in Zukunft nebenbei erledigt. Genau wie ein Smartphone heute ständig und überall aufgeladen wird – zu Hause, im Büro oder unterwegs –, werden die elektrischen Autos in Zukunft einfach überall ans Netz gehen können.

Beim Einkaufen laden

Schon heute deckt das Laden zu Hause und in der Arbeit den Großteil aller Fahrten mit einem Elektrofahrzeug problemlos. Doch es wird noch besser: Wer in Zukunft seinen Terminkalender oder seinen Einkaufszettel mit der App fürs Ladestationennetz synchronisiert, wird automatisch Vorschläge bekommen, wo er sein Auto parken kann, um die Batterien des Autos aufzuladen und währenddessen seine Besorgungen zu erledigen oder seinen Termin wahrzunehmen. Dieses Überallladen ermöglicht eine vollkommen neue Form der mobilen Freiheit.

Zukunftsvision: Laden durch Induktion

Und dann ist da ja noch die Vision des kabellosen Ladens durch Induktion. Noch steckt diese faszinierende Technologie in den Kinderschuhen. Doch die ersten Experimente laufen bereits: In Schweden wird auf der Insel Gotland demnächst ein Straßenbelag getestet, der das Aufladen von Batterien während der Fahrt ermöglicht. Sollte sich die Technologie als praxistauglich erweisen, wäre die elektrische Revolution auf den Straßen perfekt.