Nachhaltigkeit 2.0: Der neue grüne Deal

Wir sprachen mit Frank Gerbert, Marketing-Chef von eeMobility, über das Zeitalter des Füreinanders, geteilte Werte und die Macht von Fakten.

Datum:

11.02.2021

Lesezeit:

3 min

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eeMobility GmbH

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eeMobility GmbH

Wirtschaft ist vor allem ein Wettbewerb, um bessere Ideen, bessere Produkte. Welchen Platz hat das gesellschaftliche „Wir“ in einem solchen wirtschaftlichen Wettbewerb?

Derzeit hört man immer wieder, dass das “Wir” den Beginn des Zeitalters der Kooperation erlebt. Ich würde sogar noch ein Stück weiter gehen und sagen, dass wir uns auf das Zeitalter des Füreinanders zubewegen.

Wie sieht dieses Füreinander aus?

In den zurückliegenden Jahrzehnten wurde die Win-Win-Situation stets als das Nonplusultra für das gemeinsame Miteinander angesehen. Das Problem an der Win-Win-Situation war jedoch, dass das Thema Ressourcen darin nicht eingebettet war.

Die am Prozess beteiligten Unternehmen haben zwar beide gewonnen, aber die Natur hat verloren?

Genau, weil die Ressourcen nicht mitbedacht wurden. Die waren einfach weg und niemand hat sich darum gekümmert. Im Zeitalter des Füreinanders wird das nicht mehr der Fall sein. Statt um Win-Win geht es in Zukunft um echte Nachhaltigkeit. 

Aktuell ist der Begriff Nachhaltigkeit omnipräsent. Jeder arbeitet mit ihm, jeder schmückt sich mit ihm. Im Zuge dessen löst der Begriff eine Übermüdung aus. Wie geht ein Unternehmen wie eeMobility, dessen Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, damit um?

Gelassen. Die Nachhaltigkeit durchläuft wie andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse auch verschiedene Entwicklungsphasen. Sie können das zum Beispiel sehr gut mit dem Internet vergleichen, das vom Web 1.0 bis zum Web 4.0 verschiedene Stufen der gesellschaftlichen Wirkung durchlebt hat. 

Wie lässt sich das auf die Nachhaltigkeit übertragen?

Nachhaltigkeit 1.0 liegt bereits hinter uns. Darin ging es darum, überhaupt erst einmal zu verstehen, was Nachhaltigkeit eigentlich ist. Aktuell befinden wir uns in der Phase Nachhaltigkeit 2.0. In dieser wird das Thema zunehmend als wichtig angesehen und entdeckt. In dieser Phase lernen wir sehr viel und sehr schnell. Dazu gehören die beschriebene begriffliche Inflation und gefühlte Übersättigung.

Was wird in den zwei folgenden Phasen geschehen?

Die Nachhaltigkeit 3.0 ist die Phase der Transformation. Das zuvor Gelernte wird in dieser Zeit angewandt und in die Praxis umgesetzt. In der letzten Phase, der Nachhaltigkeit 4.0, werden wir Nachhaltigkeit wirklich leben. Dann erst wird sie auch beginnen zu wirken.

eeMobility betont immer wieder, wie wichtig es sei, Werte mit den Kunden zu teilen. Welche sind das und warum sind sie so wichtig?

Die Werte, die wir mit unseren Kunden teilen, heißen Verstehen, Entfaltung, Entwicklung und Verantwortung. Diese Werte helfen uns, das Füreinander zu strukturieren. Beim Verstehen geht es um die Bedürfnisse unserer Kunden, sowie um das Verstehen von Mobilität. Beim Wert Entfaltung geht es darum, Dinge möglich zu machen. Die Lösungen, die wir entwickeln, müssen nicht nur funktionieren, sondern unseren Kunden insgesamt weiterhelfen. Beim Thema Entwicklung geht um den Ausbau nachhaltiger Energie, die Veränderung der Art und Weise wie wir Energie erzeugen und verbrauchen. Verantwortung bedeutet für uns, dass die Nachhaltigkeit komplett vor der Gewinnoptimierung steht. Uns ist wichtig, dass wir diese vier Wertesäulen immer in einem Gesamtkontext betrachten. Die eine kann nicht ohne die andere existieren.

Wie wird sich unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft durch die Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren verändern?

Wir werden die Sinnhaftigkeit dessen, was wir tun, immer mehr hinterfragen. Was brauchen wir wirklich? Was ist echt? Es reicht eben nicht, von Nachhaltigkeit nur zu erzählen. Vor diesem Hintergrund werden Fakten immer wichtiger werden. Kennen Sie das This-is fine-Meme?

Das, bei dem ein Hund mit Hut in einem brennenden Haus an einem Tisch sitzt und anstatt sich in Sicherheit zu bringen, behauptet, dass alles gut wird?

Genau das. Das Feuer in dem Haus, in dem der Hund sitz, ist ein Fakt. Es ist lebensbedrohlich. Daran ändert auch die Meinung des Hundes nichts. Seine Meinung „This is fine“ hat keine Macht. Das Feuer dagegen schon. Es schafft Fakten. Im originalen Comic Strip, aus dem das Meme entnommen ist, verbrennt der Hund am Ende. Am Ende sind es immer die Fakten, die zählen. Das This-Is-fine-Statement erzählt im Grunde genommen vom Greenwashing. Aber das kann den Hund nicht retten.

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