„Mit Ellenbogen geht es nicht“.

Ein Partner, mit dem eeMobility in Zukunft die Elektromobilität in Europa vorantreiben will, ist E-WALD. Das niederbayrische Unternehmen ist Ladestationsbetreiber (CPO), eCarsharing-Betreiber und Systemdienstleister in Sachen Elektromobilität. Wir sprachen mit E-WALD-COO und Geschäftsführer Anton Achatz über elektrisches Carsharing, die Herausforderung bei der Elektromobilität im ländlichen Raum „in der Fläche“, den Pioniergeist der Branche und über die wirtschaftliche Komfortzone in Deutschland.

Datum:

01.02.2021

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3 min

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eeMobility GmbH

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Herr Achatz, Ihr Unternehmen startete 2012 als gefördertes Forschungsprojekt. Aus der Projektgesellschaft entwickelte sich nach Ende der Förderung innerhalb von fünf Jahren ein bundesweit bekannter und anerkannter Systemdienstleister für Elektromobilität. Was macht E-WALD so besonders? 

Wir haben uns immer als Macher verstanden, als Pragmatiker, die nach Lösungen suchen. Daher war für uns auch schnell klar, dass wir mit dem Knowhow, das wir für uns und unsere Kunden aufgebaut haben, auch nach Ende des Forschungsprojekts weiterhin erfolgreich sein werden. Als eines der wenigen Unternehmen in Deutschland haben wir zum Beispiel die Chancen für die Elektromobilität nicht nur im urbanen Raum, sondern auch in der Fläche, erkannt. 

Worin bestehen die Chancen für die Elektromobilität in der Fläche?

Es gibt dort eine hohe Zweitwagenquote. Die Menschen pendeln mit dem Auto in die Arbeit, da die ÖPNV-Anbindungen nicht gut genug ausgebaut sind. Die meisten haben zudem die Möglichkeit ihr Fahrzeug zuhause zu laden. Das sind eigentlich alles optimale Voraussetzungen für Elektrofahrzeuge.

Aber womit haben Sie die Leute überzeugt? 

Durch unseren ganzheitlichen Ansatz, der in der Kombination von eCarsharing und einem gut ausgebauten Ladenetz besteht, konnten wir Menschen an das Thema Elektromobilität einfach heranführen. Wir sind zum Beispiel Pioniere in Bezug auf eCarsharing. Wir waren der erste Anbieter der zu 100% elektrische Fahrzeuge angeboten hat, die regenerativen Strom aus unseren Ladesäulen beziehen. In unseren Augen reicht es anfangs nicht, einfach nur eine öffentliche Ladesäule irgendwo hinzustellen, um Elektromobilität zu pushen. Wenn jedoch an der Ladesäule ein E-Fahrzeug steht, das man einfach mieten kann, wird die Story rund. Da werden konkret Kilowattstunden in Kilometer übersetzt. Die Leute sehen das, probieren das aus und erleben, dass es funktioniert. In der Folge fällt die Entscheidung, sich einen Stromer – etwa als Zweitwagen – zuzulegen, sehr viel leichter. Dieser ganzheitliche Ansatz baut Brücken. Übrigens auch intermodal für Stadtmenschen, die beispielsweise mit der Bahn in den Urlaub fahren und im Hotel dann ein E-Fahrzeug nutzen, um vor Ort auf nachhaltige Art und Weise mobil zu sein. 

Sie verstehen sich selbst als Systemdienstleister im Bereich Elektromobilität. Wie ist das zu verstehen?

Wir haben einerseits schlüsselfertige Lösungen für jeden Anwendungsfall, können uns aber auch auf Kunden individuell einstellen und die passenden Lösungen entwickeln. Wir planen, installieren und betreiben Ladeinfrastruktur selbst oder bauen sie für unsere Partner auf – vorrangig im öffentlichen Raum. Momentan sind das über 1000 Ladepunkte. Weitere werden folgen. Mit Tank und Rast planen wir zum Beispiel gerade neue Schnellladepunkte an deutschen Autobahnen. Wir bieten außerdem Lösungen fürs Roaming und für Bezahlsysteme an. Wir sind sozusagen ein ganzheitlich Elektromobilitäts-Enabler und ermöglichen es unseren Partnern als Anbieter von Elektromobilität aufzutreten. Da wir selbst Ladeinfrastruktur betreiben, kennen wir die Herausforderungen sehr gut, die hier auftauchen können. Durch das eCarsharing kennen wir aber auch die Fahrerprobleme und die Auto-Seite. Auf diese Weise ist bei uns ein riesiger Baukasten entstanden, aus dem wir für unsere Kunden die richtige Lösung kreieren. Dieser Baukasten entwickelt sich natürlich ständig weiter, so wie die Elektromobilität auch. Aktuell gilt es unter anderem die Anforderungen beim Plug and Charge richtig umzusetzen. 

Auch wenn 2020 ein Rekordjahr für die Elektromobilität war: Warum hat der Durchbruch so lange auf sich warten lassen?

Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir uns in Deutschland nicht ständig an den wirtschaftlichen Erfolgen der Vergangenheit berauschen. Viele Unternehmen und Menschen befinden sich gedanklich in einer Komfortzone. Vor zehn Jahren wurde die „Nationale Plattform Elektromobilität” ins Leben gerufen, um das Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 zu erreichen. Davon sind wir leider noch weit entfernt.

Was muss sich ändern, damit dieses Ziel so bald wie möglich erreicht wird?

Wir und andere Partner, die sich schon länger mit dem Thema auseinandersetzen, haben von Anfang an auf einen sehr regen Austausch gesetzt. Wir sind alle Pioniere. Ich denke, Ellenbogen bringen uns nicht voran. Gemeinsam erreichen wir mehr. Der Austausch mit unseren Ladesäulenherstellern, wie etwa alpitronic, ist immer sehr intensiv gewesen. Da haben alle Seiten viel voneinander gelernt. Im Ergebnis entstehen so am Ende kundenorientiertere Lösungen, die eine Durchdringung des Marktes fördern.

Was können Kunden von Ihnen in Zukunft erwarten?

eeMobility und E-WALD werden in den kommenden Jahren die Elektromobilität gemeinsam voranbringen. Ob ein Schnellladenetz an der Autobahn, das Laden am Arbeitsplatz oder zu Hause, das alles sind wichtige Bausteine für die Energiewende. Es geht nicht nur darum, Verbrenner durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, sondern eines Tages auch den Mehrwert von Elektrofahrzeugen für die Energiewende zu nutzen. Dann werden die E-Fahrzeuge nicht mehr nur Transportmittel sein, sondern gleichzeitig auch Energiedienstleister. Die Elektromobilität ist der Schlüssel für die Energiewende.

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