Ein besonderer Moment

Wann haben wir verlernt, etwas zu wagen, „das man nicht macht“? Es ist nicht einfach, mutig zu sein.

Datum:

23.05.2019

Lesezeit:

2 min

Text:

Britta Kaltenbach

Foto:

Pexels.com
  • Was die anderen denken? Völlig egal. Kinder folgen ihrem Gefühl und dabei ist ihnen egal, was andere sagen
  • Wann haben wir verlernt, etwas zu wagen, „das man nicht macht“? Es ist nicht einfach, mutig zu sein

Ein Museum in München. Die Besucher schauen sich interessiert kunstvolle Schwarz-Weiß-Fotografien an. Es ist ganz ruhig, man hört nur leises Murmeln. Plötzlich legt sich ein kleines Mädchen ausgestreckt auf den Boden, mitten zwischen die Besucher.

Wie herrlich doch Kinder sind. Die trauen sich was

Es liegt auf dem Rücken mit hinter dem Kopf verschränkten Armen, legt den Kopf schief und betrachtet konzentriert das Bild. Ein besonderer Moment. Einige Erwachsene müssen lächeln: „Einfach auf dem Boden liegen, das macht man doch nicht!“ Und andere denken, ein bisschen neidisch: „Wie herrlich doch Kinder sind. Die trauen sich was.“

Lauthals lachen, herzzerreißend weinen, den ganzen Laden zusammenbrüllen – was die anderen denken? Völlig egal. Kinder folgen ihrem Gefühl und dabei ist ihnen egal, was andere sagen. Eigentlich ist das schön: Man handelt nicht, um etwas zu bewirken. Sondern man wirkt durch sich selbst, echt und unverstellt.

Kinder können auch sehr feinfühlig sein. Ganz ruhig, mitfühlend und mit ganz feinen Antennen. Oder eben hochkonzentriert, wie das Mädchen auf dem Boden. In dem Moment ist man ganz man selbst.

„Dafür muss man mutig sein“

Wir legen uns im Museum nicht auf den Boden, auch wenn wir so das Bild anders sehen und es, ganz ehrlich, gerne einmal ausprobieren würden. Aus einer anderen Perspektive betrachten. Wann haben wir verlernt, etwas zu wagen, „das man nicht macht“? Es ist nicht einfach, mutig zu sein.

Mit dem Strom zu schwimmen und in seiner Komfortzone zu bleiben, das ist einfach. Doch kommt man dann weiter? Sich auf etwas Neues einlassen, sich einsetzen, wofür man brennt und dabei ein mögliches Risiko eingehen – dafür muss man mutig sein. Wann waren Sie das letzte Mal mutig?

Man muss sich nicht gleich im Museum auf den Boden legen. Aber öfter mal gewohntes Terrain verlassen, offen sein und eine andere Perspektive wählen. Ehrlich sein wie ein Kind. Einen kleinen Ruck erfordert es. Ein bisschen Mut. Einen anderen Standpunkt.  Eine neue Sicht auf die Dinge. Das Gefühl ist unbeschreiblich.

#mutigzukunftdenken